Theater als Theater im Theater. So könnte die Kurzbeschreibung lauten.
Wer schon immer wissen wollte, wie es in einem Theater so hinter den Kulissen zugeht,
der ist hier genau richtig. Alles geschieht auch im 'richtigen' Theaterleben genau so,
oder doch ganz ähnlich.
Das Publikum erlebt die Produktion eines Stückes ('Spaß muß sein') beispielhaft
an Hand des ersten Aktes. Zunächst aus der Perspektive des Regisseurs, dann als
Aufführung, aber von der Hinterbühne (Backstage) aus, und endlich als 'normales'
Publikum in einer Vorstellung in der aber auch gar nichts mehr stimmt.
Michael Frayn hat mit diesem Stück einen modernen Klassiker geschrieben, der
allerhand Haken und Ösen besitzt.
So ist eigentlich eine Drehbühne mit zwei Ebenen (Stockwerken!) vorgesehen.
Dabei unterlief ihm ein logischer Fehler, denn ein Tourneetheaterensemble,
und um ein solches dreht es sich, findet sicher nicht immer Bühnen vor, die
eine zweite Ebene ermöglichen. Die Drehbühne ist als Arbeitserleichterung für
die Aufführung des 'Nackten Wahnsinn' gedacht.
Ute Weis setzte also erst einmal die Handlung auf e i n e E b e n e um.
Unser Bühnenbauer Otto Lenz fertigte ein massives Bühnenbild, dessen Wände
dennoch in einer kurzen - nur ein paar Minuten währenden - Umbaupause zum
2. Akt gedreht werden können.
Überhaupt der 2. Akt! Ein verschärfter Schwierigkeitsgrad liegt z.B. allein
in der Tatsache begründet, dass das 'Backstage' (also auf sichtbarer Bühne)
agierende Ensemble keinerlei Sichtkontakt zu den Akteuren 'Onstage' hat.
Beide Teilensembles müssen also nach Gehör das Timing auf den jeweils anderen
Teil abstimmen. Korrekturen können sich nur an den Auf- und Abtritten orientieren.
Und alles läuft in mörderischem Tempo, bei völligem Stillschweigen 'Backstage'.
Das ist sehr kompliziert, aber zum großen Vergnügen der Zuschauer läuft all das rund und sauber ab!
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