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       Bergsträßer Anzeiger,  Ausgabe für Dienstag,  15. Mai 2007             Zurück zur Pressestimmen-Übersicht

Wer hat dem Rektor den Lieblings - Teddy geklaut?
PIPAPO:  Talentierte "Theaterkids" laufen zu Bestform auf / Witzige Aufführung mit gelungenen Improvisationen

Bensheim.  "Ich kannte mal jemanden, der jemanden kannte", lautet der Titel des Stücks das die "Theaterkids" im PiPaPo - Kellertheater auf-führten. Die zwölfköpfige Truppe unter der Regie von Annette Fischer brachte damit eine Kriminalkomödie auf die Bühne, die es in sich hatte. Bei einem Überfall wird dem Rektor der Schule "Kinder unter Gewalt" der Lieblings-teddy geklaut.
Das Stofftier ist überaus kostbar. Schließlich werden von solchen Teddys "Made in China" nur 32 Millionen Exem- plare gefertigt. Außerdem steht der Tod einer Lehrerin mit dem Diebstahl in Ver-bindung. Keine leichte Aufgabe für die Kommissare. Die Zuschauer - Eltern, Groß-eltern und Freunde - hatten ihre helle Freude an dem Gag-


















    Die "Theater KIDS" des PiPaPo-Kellertheaters erfreuten am Wochenende die Zuschauer mit
    ihrem neuen Stück  "Ich kannte mal jemanden, der jemanden kannte".                    tn/Bild: Lotz

Feuerwerk der "Theaterkids".

Kein schnöder Schulalltag


Die Kids hatten das Stück nach einer Idee von Robin Marienfeld, der als Hilfs-polizist auftrat, selbst verfasst. Ort des Geschehens ist eine Schule. An die Stelle des schnöden Schulalltags tritt hier knisternde Spannung und trockene Komik. Dem etwas trotteligen Rektor entgleiten die Dinge zusehends. Eine Schülerin hat das Lehrer-zimmer zugeraucht, die Lehrer-konferenz vergnügt sich bei einem Gläschen Sekt und vertagt sich lieber, anstatt die ernsten Probleme zu diskutieren.
Das urkomische Kollegium besteht aus Mathelehrer Arnold Schwarzenegger (Yannik Lang) und drei Lehrer-


innen (Mona Hallenberger, Theresa Priebe, Charlotte Hübner).  Eine  Putzkolonne (Bastian Derings, Luis Jung, Cedric Stader), die mit großem Brimborium zum Sauber-machen  antritt,  entdeckt das kostbare Stofftier und beschließt den Einbruch. Die Täter werden von einer Lehrerin überrascht. Es fällt ein Schuss, die Dame läuft gegen die Wand und sinkt leblos zu Boden.
Die Lehrer müssen auf den Schreck erst mal einen trinken, der Rektor verständigt unter der Telefonnummer 007 die Polizei. Auftritt Sonderkriminalkommis-sion. Zu fetzigen Krimi-Klängen betreten ausgebuffte Profis die Bühne. Der Kommissar (Tim Wiedmann) und sein Kollege (Robin Marienfeld) fuchteln mit ihren Waffen erst mal den Tatort  ab.  Schließlich  könnten


die Täter sich noch irgendwo verstecken. Die kesse Staats-anwältin (Caya Hälker) lässt beiläufig ein Blümchen auf die Tote fallen. Lehrer und Putz-kolonne werden verhört.
Als irgendwer zufällig die Tür zum WC öffnet, purzeln den Kommissaren die beiden Täter direkt vor die Füße. Und die Tote wird plötzlich wieder lebendig. Niemand hatte genauer hingesehen und fest-gestellt das sie nur ohn-mächtig war.

Skurril und amüsant war auch das Ende der Geschichte. Der Kommissar, der sich gelegentlich als Hitzkopf outete, sprach die Urteile: Die beiden Diebe mussten hinter schwedische Gardinen, die Lehrer in die Psychiatrie, sein Kollege in einen Sprachkurs.


Die "Theaterkids" lieferten mit der Aufführung einmal mehr eine Bravourleistung ab.

Die hatten sie nicht auswendig gelernt. Stattdessen wurde kräftig drauflos improvisiert - und das so überzeugend, dass die Improvisation kaum auffiel. Wenn die Staatsanwältin dem Kommisar etwa zuflüsterte: "Den hast du schon verhört", dann passte der Hinweis durchaus zu dem etwas hektischen Kommisar.

Ein halbes Jahr lang haben die Kids geprobt. Ihre Rollen und die Charaktere kannten sie aus dem Effeff, die Komik haben sie im Blut. Für die Zuschauer war es eines der großen Theater-Highlights des Jahres.
                                            moni