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14 BERGSTRÄSSER
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BENSHEIM               Zurück zur Pressestimmen-Übersicht
    PiPaPo:  Nachwuchsgruppe lieferte mit ihrer Version von Schneewittchen eine tolle Premierenaufführung ab

 Theater-Kids eroberten die Bühne

Bensheim.  Die Theater−Kids
feiern Premiere. Seit fünf Jahren übt der Nachwuchs am PiPaPo-Kellertheater die Kunst der Darstellung. Er greift nicht auf vorgefertigte Stücke zurück, sondern wählt seine Motive selbst und gestaltet sie fantasievoll aus. Die Kreativität genießt viel Raum.
  Das Premiere-Publikum kam am Mittwoch in den Genuss einer Darstellung, in der Schneewittchen und vier Zwerge im Mittelpunkt stan- den. Die Akteure haben zwar die Figuren und den groben Handlungsablauf dem Grimm- schen Märchen entliehen, doch die beängstigende Atmosphäre des Originals zog nicht ins Kellertheater ein.
  Ganz im Gegenteil: Eine bunte Truppe stand auf der Bühne, die mit farbenfrohem Humor eine witzig − ironische Insze- nierung unter der Regie von Anette Fischer ablieferte. Die Zuschauer wussten vor allem die lebendige Improvisations- kunst zu würdigen.
Eine Mutter, lustige Zwerge
In schillernden Figuren lebten die Bühnenakteure regelrecht auf. Allen voran Mutter Prinzessin, die vor äußerlicher Eitelkeit und in innerer Aufgewühltheit strotzte. Als temperamentvolle Furie fegte sie wie ein haltloser Wirbelwind über die Bühne, schimpfte und schnatterte. Ausdrucksstarke Mimik unterstrich den zwielichtigen Charakter, der selbst über den mörderischen Hinterhalt nachdachte.
  Als Gegenpol agierte das hübsche Schneewittchen. In dem prunkvoll wirkenden Samt- und Seide-Kleid steckte ein durch und durch aufrichtiger und ehrlicher Charakter, auf den die Freunde wie ihre Kammerzofe und ihre Katze bauen konnten.

Premierenfoto
 Die Theater-Kids feierten im PiPaPo eine gelungene Premiere. Die Nachwuchsgruppe zeigte ihre eigene Version des Klassikers Schneewittchen.                             BILD: LOTZ

Das Trio entpuppte sich als gutes Team mit engen, verlässlichen Banden.   Die vier Zwerge gaben eine muntere Truppe ab. Sie operierten im Gleichklang und dienten immer wieder als gute Quelle für Ironie und Humor. Sie bedienten sich allerlei schauspelerischer Kniffe. Wenn sie im Gleichschritt den Heimweg antraten, sangen sie stets lauthals ihre Hymne. "Hey, was geht ab, wir arbeiten den ganzen Tag" durchzog wie ein Running Gag das Stück. Allein ihre Namen verrieten die ironische Berechnung: Lukas der Schlaue stand neben Au- gustus dem Starken und Merci dem Witzigen.

Schlusslicht in der Zwergen- reihe bildete dann Carl der Coole.
  Die Akteure bewegten sich couragiert und mit einer selbstverständlichen Leichtig- keit auf der prächtig aus- staffierten Bühne. In ihren Rollen fühlten sie sich sichtlich wohl und füllten den ange- botenen Raum mit Kreativität und Experimentierfreude. Nicht zuletzt zeigten sie, dass sie mit Wonne in der Verkleidungs- kiste gewühlt hatten, um sich einen rollenspezifischen An- strich zu geben.
Unkonventionelles Arbeiten
Die Spieler auf der Bühne waren zwischen acht und elf Jahren alt.

    "Ich möchte den Kindern in der Theaterarbeit wieder Raum für Fantasie und Kreativität geben", meinte Annette Fischer. Anders als in vielen Schultheatern geht sie unkonventionell an die Situation heran.
  Die Kinder erfinden ihre Stücke stets selbst. Themen wie Streit, Freundschaft, Angst und Schule werden aufgegriffen und in kleine Szenen gesetzt, die sich dann zu einem Ganzen entwickeln können. Die dazugehörigen Rollen werden selbst aus- gedacht, so dass keine Texte auswendig gelernt werden. "In den sich ständig wiederholenden Improvi- sationen entwickeln sich die

Dialoge von selbst." Als Fundament dienen einige Techniken aus der Thea- terarbeit, auf die die Werke aufbauen.   Die Regisseurin ist sicher, dass die Kids über das Spiel auf der Bühne viel lernen: selbstbewusstes Auf- treten, das passgenaue Zu- sammenwirken im Team.



Es spielten:

Dena Mohadjer, Paula Hille, Sara Farzaneh, Marc Hahn, Torben Hahn, Zoe Rafael, Charlotte Holderith, Vincent Ackermann, Nicklas Becker.

                                   moni