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BENSHEIM.
Der Titel ist Programm: "Jeder kann's gewesen sein.
Daher haben die Schauspieler des PiPaPo-Theaters
gleich drei verschiedene Lösungen im Angebot -
jeden Abend wird eine andere gespielt. Mitgrübeln
und kombinieren ist also ausdrücklich erwünscht.
Wer die rundum gelungene Eigenproduktion nach der
Vorlage des britischen Vielschreibers
Alan Ayckbourn auf der Bensheimer Kellerbühne
richtig genießen will, der sollte die Story ohnehin
keine Sekunde aus den Augen lassen. Bloß nicht
zwischendrin auf die Toilette gehen - es gibt eine Pause.
"It Could Be Anyone Of Us", so der Originaltitel des
1983 uraufgeführten Stücks, ist eine Kriminalkomödie
nach dem Prinzip des Comedy-Thrillers klassischer Art.
Tempo und tiefschürfende Charakter-Ops sind dabei
so unnötig wie nur irgendwas. Es geht um sechs Typen, von denen einer
den Löffel abgibt und die anderen an einer Lösung knabbern.
Auf der Bühne herrscht eine subtile Spannung und tragikomische Stimmung,
die von den eher oberflächlichen, aber pointierten Ayckbourn-Figuren
bestens beschleunigt wird.
Bei der Premiere am Donnerstag hat das PiPaPo-Ensemble alles richtig
gemacht:
Die Aufführung bestach durch süffige Dialoge
und sauber gezeichnete Charaktere.
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"Jeder kann's gewesen sein" hatte am Donnerstag im "PiPaPo"-Kellertheater eine erfolgreiche Premiere.
Tz/Bild: Lotz
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Regisseur Jürgen Rehm hat das Stück
sensibel und dramaturgisch stimmig auf die Bühne gebracht.
Vom Publikum gab es den verdienten Premierenapplaus für
einen unterhaltsamen Theaterabend.
Schon die Szenerie riecht nach Unheil: Ein abgelegenes
Herrenhaus und darin sechs mysteriöse Gestalten, die gegensätzlicher
kaum sein könnten. Die richtigen Zutaten für ein Mords-Menü, das ganz
langsam vor sich hin köchelt und den Zuschauern recht elegant serviert
wird: Drei verschrobene Künstler-Geschwister müssen sich in eine Bude
zwängen, weil ihre artistischen Ambitionen erfolglos geblieben sind.
Da ist der bockige Komponist und Haus-besitzer Mortimer, der das gesamte Anwesen
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seiner ehemaligen Klavierschülerin Wendy vererben will -
und damit sein Todesurteil unterschreibt.
Als Mortimer mit einer Kopfwunde in die Horizontale geht, stellt sich
die Frage nach dem Wer und Warum. Drei dubiose Mordanschläge auf die Erbin
- und jeder ist verdächtig. Die erfolglose Krimiautorin Jocelyn, ihre
zickige Tochter Amy und der Maler Brinton. Niemand hat ein Alibi, allein
der orientierungslose Schnüffler Norris sieht seine große Stunde gekommen.
Der Pfad ins Finale ist je nach Aufführung unterschiedlichabgesteckt, durch kleine Verschiebungen im Plot hält das Stück drei Lösungen parat.
Eine Idee, die auch im Publikum Wiederholungstäter produziert. Das Ensemble war
äußerst premierenfest: Fritjof Hajunga als störrischer Betonkopf Mortimer,
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Martin Knittel in der Rolle des Norris und Carlo Moldenhauer als Brinton
präsentierten sich spielfreudig und textsicher.
Doch es waren die Damen auf der Bühne, die der Inszenierung
den nötigen Pfeffer gaben: Anette Fischer glänzte als nervöse Jocelyn,
während Carolin Banasek-Richter eine stille und undurchsichtige Wendy
zeichnete, der man zu später Stunde so ziemlich alles zuzutrauen vermochte.
Lässig und konzentriert wirkte Cosima Schuster in der Rolle der dauergenervten
Tochter Amy: Der Dialog mit Wendy, bei dem sie deren Handtasche mit Frühstücksflocken
und Milch in einen Müslieimer verwandelt, war eines der Glanzlichter der Aufführung,
die von Guido Franz ins rechte Licht gerückt wurde.
Der gute Ton kam von Carlo Moldenhauer, das Bühnenbild wurde von Otto Lenz gestaltet.
tr
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