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Bensheim.
Nun ist sie da, die Kristallprinzessin.
Als sich am Donnerstag der goldene Vor-
hang von ihrem Verlies
öffnete, ging ein raunen durchs junge Publikum. Eine Märchen-
prinzessin
zum Greifen nah. Und was für eine! Langes, seidenes, himmelblaues
Kleid, bemaltes, blauglitzerndes Gesicht, weißer Glitzerumhang und
antennen-
ähnliche Sensoren auf dem Kopf - eine Schöne, die tatsächlich
wie eine Leuchtgestalt von einem anderen Stern erscheint. Doch das war
nur der Anfang. Die Zuschauer im vollbesetzten Pipapo-Kellertheater
erlebten in den folgenden 60 Minuten eine turbulente, glanzvolle
Inszenier-
ung der "Rettung der Kristallprinzessin".
Nicht nur die Titelfigur zog die Blicke der Kinder und Erwachsenen auf sich.
Die Charaktere, die Regisseurin und Autorin Ute-Marie Weis entwarf und
auf die Bühne brachte, sind witzig gezeichnet und mit viel Kreativität und Liebe
zum Detail ausgemalt. Sei es Trokan der Traumbringer, der Scheinriese
Timpetu, Kamarr der Heizer, Sponk und Lloink das Wesen mit den zwei Köpfen,
die zwei hektischen Vegahinkel, die Quell-
göttin, Eurakon der Herrscher über
Tarakarat oder der gefährliche Scarfaruu.
Eine Fantasy-Welt
Ein weiterer Vertreter dieser Fantasy-Welt ist Kalumo der Außerirdische.
Er und die beiden Erdenkinder Tom und Lisa sind die einzigen alten Bekannten.
Die Kinder kennen sie noch aus dem ersten Teil der Geschichte und von den
Aufführungen im vergangenen Jahr.
Die galaktischen Bewohner sind unwirkliche Kreaturen, entfernte Nachkommen
von ET & Co., die in einem Feuerwerk an dramatischen Szenen agieren und auf
dem ebenfalls unwirk-
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lichen Planeten Tarakarat mächtig auf's Tempo drücken.
Eine spannende, aber auch gespenstische Geschichte.
Doch je näher die seltsamen Geschöpfe den Kindern im Kellertheater auf die Pelle rückten,
desto mehr verloren sie ihren Schrecken.
Das Stück besteht aus zwei Handlungs-strängen. Zum einen geht es um die
Rettung der Kristallprinzessin Chiara, die seit 128tausend Megaeiszeiten von Arkon,
dem Kontrahenten des Herrschers Eurakon gefangen gehalten wird. Die Befreiung durch
Tom und Lisa wird zu einem gefährlichen, actionreichen Unternehmen, bei
dem sich eine gefährliche Situation an die andere reiht.
Der Spannungspegel steigt weiter, als auf Tom, Lisa, Kalumo und die Kristallprinzessin
eine weitere Aufgabe zukommt: Um die Bewohner von dem Despoten zu befreien, müssen
sie die Quelle des Lebens wieder beleben.
Jeder Tarakarataner muss von dem Wasser trinken um wachsen zu können.
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Das Quartett macht sich auf den Weg. Es besteht die Abenteuer in der Wüste
Quinto Spoptar, in der sie auf den Scheinriesen Micro Timpetu treffen.
Die Vier behalten klaren Kopf bei den hektisch-hyperaktiven Vegahinkeln,
die gackernd um ihr frisch gelegtes Ei tanzen. Sie navigieren tapfer
und zielstrebig durch das Tal der tanzenden Kugeln.
Das Stück bleibt dabei immer auf Tuchfühlung mit den Kindern. Dies gilt
besonders für die Gedanken- und Gefühlswelt der Figuren. Ein gutes Beispiel
ist Kalumo, der die Kids mit seinem Knatschgrünen Gesicht und seinem
sonderbaren Outfit zunächst eher auf Distanz gehen lässt.
Doch in der Figur, die mit Carlo Moldenhauer vortrefflich besetzt ist,
steckt so viel Leben und kindliches Temperament, das sie schnell zum
Sympathieträger wird. Kalumo tanzt und hüpft ausgelassen, wenn die
Freude groß ist. Wenn er Angst hat, stampft er sich quasi mit den Füßen
die Angst aus dem Bauch.
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In dem zunächst befremdlich wirkenden Gewimmel und Gewusel stellen
Lisa und Tom die direkte Verbindung zum Erdenleben her. Die zwei sind Geschwister.
Gemeinsam gehen sie durch dick und dünn und bestehen die gefährlichsten
Abenteuer. Und was sich liebt, das neckt sich gelegentlich auch mal.
Raum für Gefühle
Darüber hinaus bietet die Inszenierung viel Raum für Gefühle.
Ein wichtiger Impulsgeber ist dabei die Musik, die die Szenen
mal humorvoll untermalt, dann wieder sentimental daherkommt,
oder fesselnde Spannung intoniert.
Wenn es mal ganz brenzlig wird, schreiten die kleinen Zuschauer
ein. Sie schreien laut oder klatschen und stampfen, um die Angst
und die Schweißperlen auf den Stirnen des Quartetts zu vertreiben
und das dämonische Ungeheuer zu besiegen.
"Die Rettung der Kristall-
prinzessin" ist das neunte Theaterstück
für Kinder, das die Mannschaft des PiPaPo in einer Eigenproduktion
inszeniert. Jedes Jahr entführte man die Zuschauer von neuem an
ungewöhnliche, zauberhafte Schauplätze. Vom Räuberwald des Hotzenplotz
ging es in die unterirdischen Höhlen des Kalle Wirsch, auf die
Südseeinsel Titiwu, in den fernen Orient, und vom sonnigen Italien
nun auf den fernen Planeten Tarakarat.
Die Fantasiewelten wurden jeweils mit farbenfrohen, prächtigen
Bühnenbildern ausgemalt. Eine Kunst, die das Pipapo perfekt beherrscht.
Das gilt in besonderem Maße für die "Rettung der Kristallprinzessin".
Unter der Regie von Ute-Marie Weis schlüpften sechs Schau-
spieler in insgesamt 14 Rollen. Eine enorme Leistung, die Carlo Moldenhauer, Anette Fischer,
Fritjof Hajunga, Martin Knittel, Sandra Kreuzer und
Bianca Lang erbrachten.
moni
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