| Vorstellungskalender | Kindertheater | Schauspiel | Gastspiele | Vorverkauf | So finden Sie uns | Wir über uns | Pressestimmen |
 

Pressestimme zur Premiere:

"Ganz unter uns"

Darmstädter Echo, 26. Juni 2004

Leben in der Garage

Menschen auf der Flucht vor der Realität in die Neurose:
Alan Ayckbourns "Ganz unter uns" im Pipapo-Kellertheater in Bensheim.

Bensheim.
Mit kleinen Geburtstagskerzen ausgesteckte Minimuffins auf den Tischen des Bensheimer Pipapo-Kellertheaters fordern dazu auf, sich zu den drei auf der Bühne gefeierten Geburtstagsfesten zugehörig zu fühlen. Doch fröhlich geht es dabei nicht zu. Es wird viel gelacht, aber krampfhaft. Voluminöse rosa Sahnetorten und gezuckerter Tee simulieren ein süßes Fest, aber alles versinkt in hektischen Verzweiflungsversuchen zu retten, was zu retten ist.

Am Donnerstag hatte Alan Ayckbourns turbulente Tragikomödie "Ganz unter uns" Premiere. In dem Stück werden über einen Zeitraum von wenigen Monaten die Beziehungen zwischen fünf Personen geschildert. Dazu treffen sich Vera (Anette Fischer) und ihr Mann Dennis (Matthias Lorenz) sowie dessen im Haushalt lebende Mutter Marjorie (Tanja Weber) mit dem Ehepaar Pam (Bettina Kügler) und Neil (Jan Hauptmann), um reihum miteinander die jeweiligen Geburtstage zu feiern.

Dabei entblößen sie ihre Konflikte, ihren Ärger, ihre Aversionen, Familienprobleme, Einsamkeit, Neurosen, Depressionen und Komplexe. Schauplatz ist eine unaufgeräumte Garage. Zum Feiern treffen sich stets alle im Garten. Das erste Fest ist Dennis' Geburtstag. Das letzte wird in Mänteln und Pelzjacken auch im Garten gefeiert. Es ist der Geburtstag von Vera. Im Laufe des Spiels entpuppt sich ein Geflecht von unerfüllter Liebe, mangelndem Verständnis füreinander und der Flucht vor der Realität in die Neurose.

Die Inszenierung betont das Tragische, das bei aller Komik stets durchscheint. Bravourös der Höhepunkt der Inszenierung, die zur Slapsticknummer hochstilisierte, perfekt durchorganisierte und virtuos koordinierte Szene am viel zu kleinen Tisch, an dem eine vielleicht zu laut agierende Vera - immer panischer werdend - versucht, Tee in die Tassen zu gießen.

Jürgen Rehm, seit März erster Vorsitzender des Pipapo und Regisseur der Inszenierung, trat zu Beginn der Aufführung Gerüchten mit den Worten entgegen: "Wir machen mit neuen Impulsen, vitaler Kraft und mit der bewährten Mannschaft weiter." So vertrieb er zur Freude des Publikums Unkenrufe, wonach das Kellertheater in letzter Zeit vor seinem Aus gestanden habe. Mit der in nur drei Monaten einstudierten Tragikomödie hat die Truppe Lebenskraft bewiesen.


TERMINE:
Weitere Aufführungen von "Ganz unter uns" bei Pipapo:
diesen Samstag (26.) sowie am 2., 3., 9. und 10. Juli
jeweils um 20.30 Uhr.

Christel Goebel

zurück Zurück zur Presse-Übersicht