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Pressestimme zur Premiere:

"Die Prinzessin und der Schweinehirt"

Bergsträßer Anzeiger, 14. November 2005

Premiere:   Viel Applaus für gefühlvolle und
sorgfältige Inszenierung der Eigenproduktion
"Die Prinzessin und der Schweinehirt"

Bensheim.
Die Welt, die Christian Andersen in seinen Märchen entwirft, ist alles andere als harmonisch. Die Menschen leiden, das Ende ist nicht selten schonungslos traurig und niederschmetternd.
Die Version, die Regisseur Dr. Jürgen Rehm und sein Ensemble in der Eigenproduktion von "Die Prinzessin und der Schweinehirt" auf die Bühne bringen, ist aus anderem Holz geschnitzt. Die Premiere am Donnerstag im PiPaPo-Kellertheater bedachte das Publikum mit viel Applaus.

In den Gegensätzen von arm und reich, real und künstlich, demütig und hochmütig, ehrlich und verlogen konfrontiert die Inszenierung zwei unversöhnliche Welten. Verkörpert werden sie auf der einen Seite vom armen Prinzen Hans Christian, der... ...Verstärkung durch das Küchenmädchen Rosalinde erhält. Auf der anderen Seite stehen der kaiserliche Pomp und die Extravaganzen in Gestalt von Kaiser Kasimir, der Prinzessin und Hofmarschall Eusebius.

Das Stück in drei Akten erzählt zunächst von der Armut des Prinzen, der sich seit Monaten nur Kartoffelsuppe leisten kann. Er ist zwar arm, aber reich an positiven Gefühlen für Rosalinde. Aus der finanziellen Misere glaubt er sich retten zu können, indem er um die Hand der Prinzessin anhält...

... als sich der Vorhang zur zweiten Szene öffnet, erfährt der Zuschauer, das den beiden nichts Gutes blüht. Die Prinzessin... ...liebt es Menschen zu demütigen. Den Diener Eusebius weist die Furie mit Schlägen in die Schranken. Selbst den Kaiser, ihren Vater, hat sie fest im Griff. Eine besonders leichte Beute ist der Prinz...
...Doch die Prinzessin hat einen wunden Fleck, der ihr zum Verhängnis wird. Sie liebt alles Künstliche und muss es haben, koste es was es wolle.

Die Inszenierung kommt leise daher, wie auf Samtpfoten. Gefühlvoll und sorgfältig zeihnet sie die Charaktere. Auf der einen Seite der herzensgute Prinz (Ulrich Roth), der sich mit einem Hauch von Melancholie seinem Schicksal hingibt. Doch klug agierend greift sein Küchenmädchen Rosalinde (Christine Fegert) korrigierend in sein Tun ein.

Auf der anderen Seite die hysterische, egozentrische und eiskalte Kaisertochter (Carolin Bär), deren Augen wie gebannt leuchten, wenn sie einer verspielten Künstlichkeit begegnet. Die beiden Protagonisten haben Helfer und Unterstützer, zum Teil skurile Figuren, die sich mit viel Witz in die Szenerie einfügen. Zum Beispiel Kaiser Kasimir (Carlo Moldenhauer). In seiner stattlichen Kleidung gibt er eine imposante Figur ab. Ein anderer Vertreter ist der Duckmäuser Eusebius (Hans Viktor Kohnle) mit seiner lächerlich-devoten Haltung.

Magische Einsprengsel vermitteln der Inszenierung zusätzliches Flair, machen sie fantastisch und schwerelos. Aus Steinen zaubert Rosalinde tanzende Porzellanpuppen. Junge Tänzerinnen unter der Choreografie von Anne Jagoda vom Ballettstudio 'Leonor' setzen die Szene wunderbar in stilisierte Bewegungsabläufe um... (Außerdem schlüpft die) ...Gruppe in lustige Schweinskostüme und tanzt über die Bühne.
Ein statisches Element in diesem bewegten Ambiente ist der Trompeter, der wie eine Spielfigur aufgezogen werden muss, bevor er loslegt. Auch das Bühnenbild strahlt Atmosphäre aus. Es wird das ärmliche Schloss des Prinzen gezeigt, das Zugleich ein Symbol für Verfall und Niedergang ist; oder es ist die kalte Winterlandschaft zu sehen.

moni

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