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Bensheim.
Wenn Frauen zu Übermenschen
werden und den Kampf gegen Drachen
aufnehmen, wenn der Ritter zum Gärtner und
der Tourist zum Kaspar wird, dann ist PiPaPo-
Kindertheater-Zeit. "der Drache und der
Zauber-Efeu" heißt das neue Stück, das am 16.
November Premiere hat.
Die Märchenwelt erscheint hier unter
einem anderen Vorzeichen. Anstelle der
üblichen Idylle, die durch Miesmacher und
Bösewichte ins Gruselige abrutscht und sich
am Ende wieder zum Happyend empor schwingt,
setzt der Autor ganz auf Komik und Ironie.
Der Tscheche Jiri Lechner spielt mit den
Klischees. Er bringt die typischen Figuren
auf die Bühne, um sie humorvoll und witzig
gegen den Strich zu bürsten.
Gärtner will einmal Held sein
Grundlage der Inszenierung unter der
Regie von Dr. Jürgen Rehm ist das Stück
"Kaspar auf Burg Rabenstein" des ansonsten
eher unbekannten Jiri Lechner. Er nannte
sein Werk ein "Ritterspektakelstück für große
und kleine Kinder". Neben viel feinsinnigem
Humor bringt es eine Menge Spannung mit.
Dabei ist der Anfang eher unspektakulär. Ein
Tourist, Kaspar Müller, steht mit dem Reiseführer
in der Hand vor einer alten Burg. Ein Gärtner,
der sich als Ritter Kunz von Rabenstein ausgibt, tritt
auf ihn zu und läßt ihn in ein Clownskostüm schlüpfen.
Damit beginnt eine Reise in die Vergangenheit.
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Das Pipapo-Kellertheater feiert mit seiner Eigenproduktion
"Der Drache und der Zauber-Efeu" am 16. November Premiere
tz/Bild: Lotz
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Der Clown, immer
auf der Jagd nach einem Späßchen,
was ihm aber eigentlich gar
keinen Spaß macht, trifft im
Wald auf einen Drachen, dem er
eine Jungfrau bringen soll.
Aber wozu? Natürlich weil Drachen
schon immer Jungfrauen erbeutet
haben. So steht es in den Geschichten.
Burg und Dorf sind in Aufruhr, die Bewohner halten
Kriegsrat. Die stürmische Tochter des Dorfschulzen streift
sich eine Ritterrüstung über und will den Kampf gegen das
Untier antreten. Ein Kampf Mann gegen Drache, wie ihn einst
Siegfried erfolgreich bestand, ist nichts für den Ritter
von Rabenstein. Er hat Angst, und will das Problem lieber anders
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lösen. Seine standesbewußte Mutter hat für soviel Feigheit überhaupt
kein Verständnis. Sie pocht auf Einhaltung der Konventionen: "Das war
schon immer so, und wird so bleiben", ist ihr Standardsatz. Auch
dem Dorfschulzen wird bei dem Gedanken, dass er in den Wald ziehen
muss, ganz anders.
Die witzige bis spannende Handlung ist die eine Seite der Medaille,
die andere ist die ausgefeilte Figurenzeichnung. Der Autor stößt die
Traditionsfiguren reihum von ihrem ehernen Thron. Er beschädigt sie
dabei aber nicht, sonder verleiht ihnen in ihrer Komik eine neue Würde.
Eva, die Tochter des Dorfschulzen, ist alles andere als eine zart
besaitete Maid, die nur darauf
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wartet in den Hafen der Ehe einzufahren. Der Spaßmacher mag keinen Spaß,
der kauzige Dorfschulze versteckt sich hinter gefüllten Bier-
gläsern, der Ritter wird zum Hobby-Gärtner und seine Mutter, die
Frau Kunigunde, hält sich eisern an den uralten ritterlichen
Tugenden fest. Der Drache ist krampfhaft darum bemüht, Märchenbuchwissen
in die Tat umzusetzen. Dabei scheitert er natürlich kläglich.
Ein Drache im güldenen Tuch
Das Bühnenbild kommt der reinen Märchenwelt
noch am nächsten. Es zeigt liebevoll gestalt-
ete Burgfassaden. Auch der dichte, dunkle Wald
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strahlt Atmosphäre aus. Bezaubernd die Kos-
tüme. Vor allem der Drache hat sich prächtig
herausgeputzt. Er trägt nicht etwa wie üblich grün, sondern ist
in ein güldenes Knistertuch gehüllt.
Die Darsteller sind Ulrich Roth (Kaspar Müller/Larifari),
Martin Knittel (Ritter Kunz), Cecilia Kecskeméthy (Frau Kunigunde),
Rainald Methlow (Dorfschulze Klotz), Katharina Schröder, bzw. Cosima
Schuster (Eva, Tochter des Dorfschulzen) und Hans Viktor Kohnle als
Drache. Neben den "alten Hasen" - H.V. Kohnle
steht bereits seit 1981 auf dem PiPaPo-Parkett - sind
mit C. Kecskeméthy, K. Schröder und C. Schuster auch
einige "neue Gesichter" in der Riege der Schauspieler. Für Bühne
und Technik ist Carlo Moldenhauer zuständig.
moni
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