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Die Vorgeschichte des PiPaPo-Kellertheaters
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Vom Schülertheater über die 'Erdferkel' zum 'PiPaPo'
Mitte der siebziger Jahre formierte sich eine Theatergruppe in Bensheim,
die sich hauptsächlich aus ehemaligen
AKG-Schülern der Umgebung zusammensetzte. Ziel war zunächst, der
Leidenschaft für das Theaterspiel weiter zu frönen; kennengelernt hatte man sich in
der Schülertheatergruppe des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums. Geprobt wurde erst einmal in einer Turnhalle.
Mit dem Namen
'Die Erdferkel' kam auch das Angebot für eine Spielstätte.
Die Stadt Bensheim bot einen Pachtvertrag für 10 Jahre für den linken Gewölbe-
keller des Wambolter Hofes.
Der Keller wurde ausgebaut, und mit dem Namen 'Kleinkunstkeller der Stadt Bensheim' versehen.
Sehr schnell wurden 'Die Erdferkel' überregional bekannt. Darsteller aus der Umgebung
kamen zu der Truppe dazu, die Produktionen wurden aufwendiger. 1978 konnte das Führungstrio
sich nicht mehr auf einen gemeinsamen Spielplan einigen. Michael von Löwen ging nach
Neu-Isenburg und gründete dort das Kabarrett 'Spotlicht'. Astrid Eichler und Rainer Dämmig
führten 'Die Erdferkel' weiter. Astrid führte Regie und spielte, Rainer baute die Bühnenbilder und
gestaltete die Plakate.
Markenzeichen der Erdferkel-Produktionen waren zum einen die ungeheure Schnelligkeit in der
Neues auf die Bühne kam. Bis zu 4 Stücke im Jahr waren die Norm. Zum Anderen wurde fast jedes
Stück durch Gesang und Tanz aufgelockert. Die musikalische Begleitung erfolgte überwiegend
durch 'echte' Musiker, die an Piano, Gitarre, Schlagzeug und weiteren Instrumenten meist in den
Handlungs-ablauf integriert waren. Johann Morlinghaus trug da sehr viel bei, so spielte er
unter anderem Dudelsack und Gitarre.
Obwohl die Stücke vorwiegend dem Boulevard-Theater zuzurechnen waren, kamen auch schwerere Stoffe
auf die Bühne. Szenische Lesungen, Stücke großer deutscher Autoren der Gegenwart, Sketchsammlungen
aus Humoristenfeder, alles ging. Selbst zeitweilige Wechsel der Spielstätten und Minitourneen wurden
unbeschadet überstanden.
So spielten die Erdferkel in Wächtersbach, im Rodensteiner Hof, im Dalberger Hof-Keller (Premiere!);
zu den Autoren zählten Loriot, Valentin, Kohout und Süsskind (die Erstinszenierung des 'Kontrabass'
mit Walter Renneisen!). Gegen Ende wurde auch noch einmal eine Revue inszeniert.
lesen Sie bitte unten weiter
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Die Stücke der 'Erdferkel'
(Rekonstruktion ab 1979; eine Auswahl)
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1979, Oktober
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Die letzte Nachtigall
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von ?? (Iberln-Bühne München)
aus dem Bayrischen von Johann Morlinghaus
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?1979?/?1980?
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Meine Leiche, Deine Leiche
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Royce Ryton
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?1980?/?1981?
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Die Geisel
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Brendan Behan
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1981, Dezember
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Sketche von
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Loriot
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1982
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Schule der Frauen
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Wolfgang Deichsel
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1983, Januar
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Celimar
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Eugene Labiche
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1983, Mai
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Es war die Lerche
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Ephraim Kishon
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1983, Dezember
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Lauf doch nicht immer weg
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Philip King
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1984
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Sketche von
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Karl Valentin
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1985
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Die Beute
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Joe Orton
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1986
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Caramba (hier riechts nach Moschus)
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Eugene Labiche
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1987, Februar
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Meine dicke Freundin
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C. Laurence
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1987, Mai
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Wenn der Wind weht (szenische Lesung)
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Raymond Briggs (Text zum Atomkrieg)
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1987, Oktober
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Der Rohdiamant
Der Heiratsantrag
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2 Stücke von Georges Feydeau
Anton Tschechow
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1988, November
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Adi Edi
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Jelena Kohout
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1988, Januar
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Der Kontrabass
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Patrick Süsskind (Walter Renneisen Solo;
inszeniert von A. Eichler)
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1989
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Kaldeway Farce
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Botho Strauss
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1989, Mai
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So ein Affentheater
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Revue zum 10jährigen im Wambolter Hof
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Nach über 10 Jahren und mehr als 30 Inszenierungen kam schließlich das Aus. Probleme bei der Verlängerung des Pachtvetrages
waren nur ein Grund 'Die Erdferkel' sterben zu lassen. Es gab noch Pläne als reine Sommertheatergruppe
weiter zu machen, Verhandlungen mit Veranstaltern in der Nähe waren aufgenommen, der Name war
geschützt worden, Mitspieler waren zum Wechsel der Organisationsform bereit, leider alles vergebens.
Zwei ehemalige 'Erdferkel' jedoch ließen nicht locker. Elke Aulmann und Jürgen Müller gründeten
schließlich mit einigen anderen Theaterenthusiasten Ende 1989 in den renovierten Räumen der
'verblichenen Truppe' das 'PiPaPo-Kellertheater'.
Schnell wurden auch wieder weitere 'Alte Hasen' aktiv. Zu ihnen zählten Norbert Jakob und Rainald Methlow.
Ich selbst kam 1995 zur Gründung des Kindertheaters wieder dazu.
Carlo Moldenhauer, November 2005
(Irrtümer eingeschlossen)
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